Ein Plädoyer für erfolgreiche Frauen im Berufsleben

Inspiriert wurde dieser Beitrag durch viele Beobachtungen in meinem Beratungs- und Berufsleben. Dort treffe ich häufig auf junge, ehrgeizige Frauen voller Potenzial, die ihre private, weibliche Rolle mit ihrer beruflichen Rolle vermischen. Ich würde sogar sagen, sie bringen da etwas durcheinander.

Ein klassisches Beispiel: Fünf Männer und eine Frau sitzen in einem Meeting. Ein Mann sagt: “Ein Kaffee wäre jetzt super.” Wer schreckt automatisch auf und schlüpft sofort in die Versorgerinnen-Rolle, um den Kollegen Kaffee zu holen? Die Wahrscheinlichkeit, dass es die Frau ist, erhöht sich mit einer weiteren Frau im Raum. Eine von den beiden tappt sicher in den Automatismus.

Das ist per se nichts Verwerfliches! – Aber es hat Konsequenzen. Die Frau macht damit einen bestimmten Eindruck auf alle, die sie wahrnehmen können: Die Gute, die Versorgerin, die Unterwürfige, die Dienerin.

Ein weiterer Klassiker aus der Praxis: zwei Kollegen geraten in einer Besprechung in einen Konflikt. Anstatt das gesunde Konfliktpotenzial seine kreative und reinigende Energie entfalten zu lassen, springt eine Kollegin rasch ein, um zu vermitteln, zu beschwichtigen. Sie tut alles, damit sich alle möglichst wohl fühlen und erstickt den Konflikt, bevor alles auf den Tisch kann. Ah, das ist also die, die Harmonie schafft, die Schlichterin, die Angenehme.

Frauen werden im Business Alltag häufig als die Guten, die Netten, die Kümmerinnen, die Konfliktscheuen (übersetzt: die Schwachen) wahrgenommen. Sind das die Beschreibungen, die uns helfen, Karriere zu machen, aufzusteigen, mehr Verantwortung zu bekommen? In manchen Branchen mag das funktionieren – in den meisten Unternehmen da draußen eher nicht.

Warum ich das persönlich schade finde?

Viele von uns (Frauen) sind äußerst kompetent, leistungsbereit, stark, wirksam und lernfähig. Also hört doch auf, eure Rollen in der beruflichen Welt mit euren privaten, anerzogenen oder gesellschaftlichen Prägungen zu vermischen. Seid nicht nur die Netten, die Bemühten, die Hübschen, die Kümmerinnen, die Opfer, die Mädchen, die Mütter, die Weibchen. Zeigt mehr von dem, was ihr außerdem seid. Dann kommt ihr auch dahin, wo ihr beruflich hinwollt.

 

Wer sich jetzt bereit für ein Coaching zu diesem Thema fühlt, der/die mache den nächsten Schritt!